F1 – Und wir nennen uns die Drama-Queens
Es ging trotz starker Leistung mal wieder nicht ohne Spannung: Die Emmerinnen gewannen auswärts gegen Wettingen/Siggenthal trotz zeitweise grossem Vorsprung nur mit einem Tor Unterschied (24:25).
Das neue Jahr begann für das F1, wie das alte aufgehört hatte: Der Gegner hiess Wettingen/Siggenthal. Vor Weihnachten konnte dieser zuhause dank einer spektakulären zweiten Hälfte bezwungen werden, doch in Siggenthal erwartete die Emmerinnen eine noch schwierigere Aufgabe: Einerseits hatte man an den bisherigen Auswärtsspielen alles andere als geglänzt (ein Sieg aus sieben Spielen), andererseits musste man erneut aus verschiedenen Gründen auf mehrere Spielerinnen verzichten. Ergänzt wurde das Kader mit Claudi und Tanja aus dem F2 – herzlichen Dank für eure Unterstützung!
Für einmal erwischten die Emmerinnen einen Traumstart: Sie waren in den ersten fünfzehn Minuten das deutlich bessere Team, spielten ihre Tore wunderschön heraus – und brachten auf der anderen Seite des Spielfelds den Angriff des SPL2-Absteigers mit solider Verteidigungsarbeit in Verlegenheit. So leuchtete von der Resultatetafel bald der erfreuliche Spielstand von 4:10 zugunsten der Gäste. Doch man ahnt es schon: Die Herrlichkeit war bald vorbei, F1 wäre ja nicht F1, wenn man sich den Zuschauern nicht doch noch etwas erbarmte und Spannung ins Spiel brachte. Viermal den Ball im Angriff vertändelt, damit viermal dem Gegner ins offene (Gegenstoss-)Messer gelaufen, und schon waren die Aargauerinnen wieder zurück in der Partie. Mit Müh und Not konnten einige Tore Vorsprung in die Pause gerettet werden (10:13).
Doch es waren kaum drei Minuten in der zweiten Hälfte gespielt, da war auch dieser Vorsprung weg. Die beiden Teams bewegten sich fortan toremässig auf Augenhöhe, die Einheimischen konnten sogar zweimal ein Tor vorlegen. Die Situation auf dem Spielfeld gestaltete sich aber zunehmend unübersichtlich: Die Schiedsrichter nahmen sich für das Spiel den Grundsatz der „Nulltoleranz“ zu Herzen, und so hagelte es beiderseits fröhlich Strafminuten. Emmen behauptete sich aber an diesem Abend auch in der Kategorie „Kampfsport“ und behielt mit 16 zu 12 Strafminuten die Oberhand… Auf jeden Fall wurde kaum je gleichzeitig mit Vollbestand gespielt und zudem Fraudeckung praktiziert, das Spiel präsentierte sich deshalb zunehmend zerfahren und unattraktiv, aber extrem spannend. Gegen Ende waren es aber erneut die Gäste, welche ihre spielerische Linie wieder fanden, aufdrehen und vier Minuten vor Schluss mit 22:25 in Führung gehen konnten. Aber eben, Hitchcock mögen sowohl das F1 als auch die Schiedsrichter. So wurden in den letzten drei Minuten gleich zwei Emmer Tore wegen (angeblicher) Übertretung annuliert und ein Gegenstoss verhaspelt. Wettingen/Siggenthal konnte so nochmals das Anschlusstor erzielen, doch zwanzig Sekunden vor Schluss krönte Nadja Grüter die beiden guten Goalie-Leistungen mit der entscheidenden Parade. Schlussstand: 24:25.
Ein paar Nerven weniger, dafür eine erhöhte Dosis Adrenalin – soweit der körperlich-seelische Zustand der Emmerinnen und ihres treuen FÜNFA-Anhangs (danke herzlich für euren Support!) gleich nach dem Spiel. Es fiel aber auch ein grosser Stein vom Herzen, dass die zwei Punkte trotz allem noch ins Trockene gebracht werden konnten – obwohl man es erneut nicht schaffte, die Partie aus der Position des Stärkeren heraus unter Kontrolle zu behalten. Positiv stimmte aber die gute Teamleistung: Die Lücken im Kader wurden solidarisch gestopft, und alle Feldspielerinnen durften sich in der Schützenliste eintragen lassen. Man darf nun mit positiver Stimmung ein spielfreies Wochenende geniessen und aus der ersten Reihe zuschauen, wer in der ausgeglichenen Liga wem die Punkte abluchst.
Zum nächsten Spiel tritt das F1 erst wieder am 28. Januar an: Um 16.00 Uhr ist Handball Grauholz in der Rossmooshalle zu Gast – das optimale Alternativprogramm für alle Skiweekend-Daheimgebliebenen!
BSC Wettingen/Siggenthal – Handball Emmen: 24:25 (10:13)
Für Handball Emmen spielten: Jolanda Rey/Nadja Grüter; Tanja Bieri (1), Moni Brunner (7/2), Sandra Eric (2), Rahel Estermann (4), Daniela Grüter (1), Andrea Kaufmann (1), Fiona Kühnle (4/2), Tanja Vogel (1), Christina Weber (2), Claudia Widmer (2).
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